Fachschule für Technik-
angewandte Baudenkmalpflege
"Da muss es doch noch mehr geben"
Und wie viel mehr das war! Die Akademie Schloss Raesfeld hat mir damals die Augen geöffnet, wie viel mehr es noch für Maler zu wissen gab. Hier lernte ich die Baustoffe kennen, die meine ganze berufliche Zukunft prägen würden- Holz, Lehm, Kalk und Leinöl.
Und hier lernte ich zum ersten Mal die Fachwerkbauweise kennen, auf die ich mich später spezialisieren sollte.
Kalkputz auf Ziegelmauerwerk
Aufbau eines Kalkputzes auf vorhandener Ziegelmauer und anschließendem frescalem Kalkanstrich mit einer Kalkschlämme.
Kalkputz auf Ziegel
Der Boden vor der zu bearbeitenden Wand wird mit einer Plane abgedeckt. Mit einer Mörtelhacke wird der vorhandene Kalkputz abgeschlagen. Das darunterliegende Ziegelmauerwerk wird mit Kalksinterwasser grundiert um ihm wieder mehr Festigkeit zu geben.
Spritzbewurf
Der Untergrund ist zwecks besserer Verbindung mit dem Putz mit einem Quast vorzunässen, Staunässe sollte vermieden werden.
Spritzbewurf:
3 Vt Sand
1 Vt Wasser
1 Vt Kalk
Mit Holzreibebrett und Kelle wird der Putz in kleinen Mengen angeworfen. Danach wird er mit einer Holzlatte auf einem Niveau von etwa 2 cm abgezogen und die Oberfläche mit Reibebrett und Schwamm geglättet.
Die Oberfläche nicht zu oft abziehen, da dies das enthaltene Wasser mit dem Bindemittel an die Oberfläche gezogen wird. Dort sorgt es für Spannungen während es im unteren Bereich zu geringerem Haftvermögen kommen kann. In dessen Folge wölbt sich der Putz an den Rändern auf, bröckelt ab, Wasser kann eindringen, daraus resultieren Frostabsprengungen im Winter.
Wo der Putz ans Fachwerk angrenzt wird ein Kellenschnitt gemacht.
Putz erhärtet chemisch durch Karbonatisierung. Dieser Prozess darf nicht durch Hitze, Kälte, Lüften oder direkte Sonneneinstrahlung gestört werden, am besten eignen sich daher Frühling und Herbst für die Arbeiten.
Steht die Sonne auf eine frisch geputzte Wand, so muss diese mit einer Plane abgehängt werden.
Kalkschlämme
Der nun folgende Kalkanstrich wird frescal, das heißt in den noch nicht fertig abgebundenen Putz, eingebracht. Die Kalkfar-be besteht aus auf Streichfähigkeit verdünntem Kalkhydratteig, Mischungsverhältnis meist 1:2. Der erste Anstrich erfolgt noch am Tag des Putzens, darauf folgen zeitnah noch mindestens zwei weitere Anstriche im Abstand einiger Stunden. Je nach nachdem, wie weit der Abbindeprozess vorangeschritten ist, kann beim zweiten und dritten Anstrich etwas Kalkhydratwas-ser zur Farbe zugegeben werden um eine bessere Haftung zu ermöglichen. Dies ist dann nicht länger frescal sondern secco zu nennen.
Löschen von Branntkalk
In eine Kalkwanne mit Wasser werden vier Säcke Branntkalk gleich-mäßig eingelassen. Die Öffnungen der Säcke werden dabei mög-lichst unter Wasser gehalten um übermäßiges Stauben zu vermei-den.
Anschließend wird alles mit einer Harke langsam durchge-mengt und gleichmäßig verteilt. Dabei ist Vorsicht geboten, da der Kalk stark basisch ist und auf der Haut zu Verätzun-gen führt. Beim Löschen des Branntkalkes kommt es zu Temperaturen bis zu 160°C, die Mischung beginnt zu ko-chen.
Untergrundvorbereitung
Werkzeuge: Schaufel, Schubkarre, Zementmischer, Behälter für fertigen Putz, Quast, Wasserei-mer, Stukkateureisen, Holzbrett, Truffel,
Material: eingesumpfter Kalk, Reinsand
Untergrundvorbereitung
Die zu gestaltende Fläche muss eben, fest, trocken, sauber und tragfähig sein. Alte Beschichtungen müssen entfernt werden. In diesem Fall muss der alte Putz mit einem Hammer bis auf den Klinker, oder andernfalls zumindest bis eine ebene Fläche erreicht wird, abgeschlagen werden.
Im Anschluss wird der Untergrund mit einem Quast gut vorgenässt, um eine bessere Haftung zu gewährleisten.
Der Grundputz
Der Putz aus Reinsand und Sumpfkalk wird in einem Zementmischer im Verhältnis 3:1 gründlich durchgemengt. Dabei muss auf die Wasserzugabe geachtet werden. Wenn der Sand von sich aus schon leicht feucht ist, muss hier nur wenig zugegeben werden. Die Konsistenz des fertigen Kalkmörtels sollte so fest sein, dass er nicht von der Kelle tropft, jedoch auch genug Wasser ent-halten, um gut an der vorgenässten Wand kleben zu bleiben.
Der Grundputz wird nicht aufgezogen sondern angeworfen. Würde man ihn wie normale Spach-telmasse aufziehen würde das Wasser durch den Druck von oben an die Oberfläche gezogen werden und keine Haftung mehr zum Untergrund bestehen. Der Putz würde später also wieder herunterfallen.
Um dieses Ergebnis zu vermeiden, wird der Putz mit Hilfe von Holzbrett und Truffel angeworfen. Dazu stellt man sich seitlich vor die Fläche, hält das Holzbrett mit Putz nah an die Wand. Mit der Längsseite der Kelle nimmt man etwas vom Holzbrett ab und wirft es locker aus dem Handge-lenk an die Wand. Dabei ist es wichtig, dem Putz im letzten Moment den entscheidenden Drall zu geben, dabei ist der Arm ruhig zu halten, die Be-wegung kommt aus dem Handgelenk.
Im Anschluss wird der Anwurfputz mit einer graden Holzleiste abgerappt, das heißt, von oben nach unten und von rechts nach links abgezogen, die Leiste wird in Richtung der Längsseiten hin und her geschoben. Die rip-penähnliche Struktur wird mit einem Glätteisen leicht geebnet.
Bruchsteinimitation
Bruchsteinimitation
Der Untergrund muss eben, fest, trocken, sauber und tragfähig sein, anschließend den Untergrund gut vornässen und den Grundputz herstellen.
Im Anschluss erfolgt der Auftrag der zweiten Putzschicht in Form von imitierten Bruchsteinen. Geformt werden sie mit den Händen, dem Stukkateureisen oder auch einem Stück Pappe mit rissiger Kante. Das Stück Pappe wird an die Wand gehalten und der Putz darüber aufgetragen und mit dem Stukkateureisen angedrückt. Danach hebt man das Stück Pappe ab und erhält an der entsprechenden Seite des Steins den Anschein einer ausgebrochenen Kante. Zu beachten ist hierbei, dass man, wie auch bei allen anderen Übergängen, darauf achtet, dass die Kanten gut angedrückt sind. Lose oder kippende Stellen können mit einem nassen Pinsel im frischen Zu-stand, wieder angedrückt werden.
Farbgebung
Die Farbgebung erfolgt auch hier frescal, also in den noch feuchten Putz. Die in Wasser an-geteigten Pigmente werden je nach gewünschter Farbintensität verdünnt und mit einem Pinsel aufgetragen.
Der Grundfarbton in lasierendem ocker wird vollflächig aufgetragen, der zweite dunklere Farbton nur in Teilbereichen, für lebensechte Farbgebung.
Zum Schluss werden partiell mit Braun– und Grüntönen Akzente gesetzt, die Licht und Schatten geben und Veralgungen darstellen sollen.
Sgraffito
Einfärben der unteren Putzlage
Als Basis wird der gleiche Unterputz verwendet wie bei der Bruchsteinimitation.
Auf den Unterputz folgt beim Sgrffito ein anderer Putz, der aus Silbersand und Kalk besteht und je nach Farbwunsch mit Pigment eingefärbt ist.
Putzauftrag
Das Mischungsverhältnis von Sand und Kalk ändert sich hier, da der Silbersand ein feinere Körnung hat und deshalb mehr Bindemittel gebraucht wird. Das Mischungsverhältnis ist hier nicht 3:1 sondern 2:1.
Deckputz
Die nun folgende letzte Kalkputzschicht ist dünner und magerer und enthält keine Pigmente.
Flächen freilegen mit dem Sgraffitowerkzeug
Aus einer dünnen Sperrholzplatte wird nun eine Schablone geschnitten. Mit Sgraffitowerkzeug wird der Umriss auf den noch frischen Putz übertragen. Nun muss schnell gearbeitet werden um vor dem Abbinden des Putzes noch alle Flächen, die den Farbton des darunter liegenden Putzes erhalten sollen, heraus zu nehmen.
Ziegelsteinimitation mit herausgekratzten Fugen
Ziegelsteinimitation mit herauskratzen Fugen
Der Grundputz erfolgt wie bei der Bruch-steinimitiation. Bei der Ziegelsteinimitation muss auf eine homogene Oberfläche geachtet werden. Der Farbauftrag erfolgt in zwei bis drei unterschiedlichen Farbtönen mit einer Lasur aus angeteigten und anschließend verdünnten Pigmenten. Die Lasuren werden Stellenweise mit einem kleinen Quast aufgestrichen und so lange strukturiert bis eine ziegelsteinähnliche Optik erreicht ist. Die Farbgebung kann unre-gelmäßig sein, Ziegelsteine sind ebenfalls nicht alle gleich, eine zu gleichmäßige Färbung wür-de unnatürlich wirken.
Muster ziehen
Mit Sgraffitowerkzeug und einer Wasserwaage werden nun die Längsfugen herausgekratzt. Es ist für die spätere natürliche Wirkung sogar förderlich, wenn diese Fugen nicht ganz wie mit dem Lineal gezogen aussehen. Es wird aus Sperrholz eine Schablone in Form eines Ziegelsteins geschnitten und diese in der obersten Reihe mittig ange-setzt und rechts und links davon die Stoßfugen einge-kratzt. Nun nach rechts und links immer weiter versetzen und die jeweils äußere Stoßfuge herauskratzen. In der da-runterliegenden Reihe wird die Schablone um einen halben Stein versetzt angehalten und ebenfalls alle Stoßfugen herausgeschnitten. Dieses Vorgehen wendet man wei-terhin an, bis alle Steine einge-kratzt sind. Die Ecken können mit dem Sgraffitoeisen noch ein wenig abgerundet werden für eine natürli-chere Wirkung.
Ziegelsteinimitation mit aufgemalten Fugen
Ziegelimitation mit aufgemalten Fugen
Der Aufbau des Putzes ist der gleiche wie bei der Ziegelsteinimitation mit eingekratzten Fugen.
Die Lasur wird auf den frischen Putz frescal mit der Bürste aufgetragen und strukturiert.
Fugen aufmalen
Die Umrisse der Ziegelsteine werden direkt nach dem Verschlichten des Putzes eingezeichnet. Anschließend erfolgt die farbige Gestaltung ebenfalls frescal mit angeteigten und verdünnten Pigmenten auf den frischen Putz in Erdtönen.
Fugen aufmalen
Nachdem die Grundfärbung ge-trocknet ist werden die Fugen ebenfalls nur mit Wasser und Pigment in abgedunkeltem Weiß aufgemalt. Im Anschluss werden mit feinem Pinsel mit weißer und schwarzer Farbe die Schatten eingezeichnet.
Stuckmarmor
Benötigte Materialien: Gesiebter Gips, reines Wasser, Perl– oder Tafelleim, reine gesiebte Farbpigmente, Holzform,
Werkzeug u.a.: Holzform, Surformhobel, Kelle, Bimssteine verschiedener Körnungen, Gipsbecher,
Teig ansetzen und einfärben
Auf dem Marmortisch den Gips zu aufhäufen und in die Mitte einen Krater formen, das Leimwasser wird hineingegossen und der Gips von außen nach innen in eingezogen. Der Gips sollte am Ende eine stehend feste Masse bilden.
Ein kleiner Teil wird zur Seite gelegt für die farbigen Akzente.
Die Pigmente werden durch ein Sieb gerieben und auf dem Gips verteilt. Sie müssen gut mit dem Gips vermengt wer-den, damit keine Farbsprenkel.
Anmerkung: soll vorhandener Stuckmarmor ausgebessert werden, so passt man den Farbton der neuen Masse der einer Bruchkante des alten Marmors an!
Farbabstufungen bilden
Die 2/3 des Teiges werden zu einem Trapez angeordnet, der übrige 1/3 als kleines Dreieck rechts daneben. Nun wird die entstandene Fläche horizontal in möglichst viele Streifen geteilt. ( Bild 3)n.
Teigbatzen durchwalken
Die Abschnitte werden der Einteilung nach nacheinander miteinander ver-mengt. Dazu wird Gips auf der Ar-beitsfläche verteilt, ein Teigabschnitt wird darin immer wieder einem Brot-teig gleich durchgewalkt, bis er eine homogene Masse bildet. Es ist genug Gips zugegeben, wenn der Teig nicht mehr an den Händen klebt. Die einfachste Methode, alles gleichmäßig zu vermengen lautet wie folgt: Den Teig im Gips von vorne nach hinten abrollen, um 90 ° drehen, dann die Be-wegung wiederholen. Durch die Anordnung bei 4 wird jeder Teil des Teiges leicht heller bzw dunkler sein als ein anderer. Die Reihenfolge sollte dabei eingehalten werden, die Farbtöne sind später im fertigen Marmor als Farbabstufung erkennbar und tragen zur imitie-renden Wirkung einen großen Teil bei.
Teige aufeinander stapeln
Die fertige durchgekneteten Teile werden zu einer kurzen Wurst geformt und in richtiger Farbabstufung aufeinander gestapelt.
Separieren
Der Marmor besteht später aus drei verschiedenen Bereichen. Für die ruhige Lage wird 1/3 des Teiges abgetrennt und bei Seite gelegt.
Abb.4: Teige der Reihe nach vermengen und mit Gips dicker machen
Ein weiteres Drittel wird von der übrigen Masse abgetrennt. Auf dem Tisch wird ein Gemisch aus Gips und Pigment verteilt, das abgeteilte Stück wird darauf gestellt (Bild 6) und vorsichtig platt gedrückt (Bild 7). Die Teigmasse wird nun fortwährend gewendet und in dem Pigment-Gipsgemisch gedreht, bis sie die entsprechende Färbung erhält (Bild 8). Dabei ist darauf zu achten, dass nur die Oberfläche des Teiges mit Pigment bestäubt wird, der Teig wird nicht auseinander gerissen oder ähnliches.
Formen
Der so entstandene Stollen sollte an einer Seite dünn und zum anderen Ende dicker zulaufen.
Streifen schneiden
Nun wird er von oben nach unten in breiter werdende Abschnitte eingeteilt.
Begonnen wird mit einem halben Zentimeter, der letzte sollte etwa drei– bis viermal so breit sein.
Die so entstandenen Streifen werden in die Vertikale gedreht und mit einer Truffel in kleine Würfel unterschiedlicher Größe zerteilt. Dabei auf gute Größenverteilung achten, gibt dem Marmor mehr Echtheit.
Würfeln
Auf die Würfel wird Pigment aufgesiebt, am Besten in dunklerem Farbton als die Würfel schon sind. Unter lockerem Druck die Würfel nun so lange auf diesem Gemisch rollen, bis sich unterschiedlich große Kugeln ergeben.
Schlämme herstellen
Auf eine kleine Menge Gipsschlämme wird wieder Pigment aufgesiebt, die Schlämme setzt später Akzente im Marmor, sie darf also ruhig in Farbton und Kontrast von der Gesamtmasse abweichen, wieder am Besten in die dunkleren Farbbereiche gehen. Die Schlämme muss gut durchgearbeitet sein und die Pigmente vollständig gleichmäßig darin verteilt.
Resteverwertung
Reste, die sich während der bereits bewältigten Arbeit angesammelt haben werden zusammengekratzt, mit Leimwasser verarbeitbar gemacht und mit dunklen Pigmenten bestäubt. Dazu kommt auch die kleine Menge an Teig, die ganz zu Anfang beiseite gestellt worden ist.
Füllen der Teigkugel
Das übrig gebliebene Drittel der Teigmasse wird zu einer großen Kugel geformt und in der Mitte ein paar Mal aufgerissen. In diesen Riss wird nun die Restemasse eingefüllt, so viel, dass die Kugel sich wieder zudrücken lässt. Zu den Resten kommen auch noch ein paar der Kugeln aus 10, darauf wird die eingefärbte Gipsschlämme eingeschleudert. Danach die Kugel zudrücken, drehen, und den Vorgang noch ein bis zweimal an einer anderen Stelle wiederholen.
Die restlichen Kugeln werden mit der übrigen Schlämme vermengt, dabei nicht zu doll kneten, die Kugeln sollten erhalten bleiben.
Übrig sind nun:
- 1/3 Teig, das nur in abgestuften Farben geschichtet ist
- 1/3 Teig, das Kugeln und Schlämme enthält
- 1/3 Teig aus einem Gemisch von Kugeln und Schlämme
Formen der Scheiben
Der Tisch wird nass gemacht, eine Scheibe von A abschneiden und flach auf den Tisch legen. Dabei auf die Farbverteilung achten, die nächste Scheibe sollte mit der gleichen Seite daran angrenzen, also zum Beispiel dunkel an dunkel. Die Scheibe etwas anfeuchten und mit der Kelle darüber streichen bis es glatt ist.
Anbringen der Scheiben
Den Teig aufnehmen und zum Beispiel in einer Form positionieren. Um das Ergebnis später leichter herauslösen zu können sollte die Form mit einem Lappen dünn mit Mohnöl ausgewischt werden. Genauso Scheiben von B abschneiden, bearbeiten und in der Form an den Rest anpuzzeln. Dabei muss darauf geachtet werden, dass sich in den Ecken keine Fehlstellen bilden.
Die Masse C kann zwischen Teilen von A und B mit eingebracht werden, die Verteilung der Teige ist so gut wie willkürlich, die Farbverteilung und das optische Bild des Marmors kann man nur durch Erfahrung versuchen, zu beeinflussen. Ist noch etwas von der Schlämme übrig, so kann diese in Zwischenräume eingebracht werden, sie wird später als feine Äderung erkennbar sein.
Trocknungsvorgang
Soll eine Musterplatte entstehen so ist es empfehlenswert, ein Armierungsgewebe einzuarbeiten. Auf die Scheiben wird dieses Gewebe aufgelegt und die Differenz bis zur Kante der Form mit Gipsmasse aufgefüllt. Die Form wird vollständig mit einer mehrere Zentimeter dicken Schicht aus Gips bestreut, der die Feuchtigkeit aus dem Gemisch ziehen soll. Hat der Gips sich vollgesaugt, so wird er abgeschoben und das Ganze wiederholt, bis kaum mehr Wasser entzogen werden kann. Die Platte sollte in Ruhe trocknen können, also besser nicht mit Hitze beschleunigen, dadurch könnten Risse entstehen.
Die Platte wird aus ihrer Form gelöst und mit 80er und 100er Schleifpapier grob geschliffen. Am Ende wird das Produkt allein durch Schleifen bis zu 3mm verloren haben. Im Anschluss erfolgen noch mehrere Nassschliffe mit immer feineren Bimssteinen. Zwischen jedem Schliff werden freigelegte Poren und Risse mit einer Schlämme in ähnlichem Farbton verfüllt. Man kann natürlich auch eine konstrastreiche Schlämme nehmen, die dann später als Adern und Einschlüsse aufzufinden sind.
Der letzte Arbeitsgang besteht aus dem Wachsen mit Bienenwachs und reinem Terpentin und das anschließende Polieren mit einem weichen Baumwoll– oder Leinenlappen, dabei bestimmen Druck und Präzision die Qualität des Stuckmarmors.